Da das Interesse an diesem Forum zuletzt stark ausgetrocknet ist, erlaube ich mir, hier im personenbezogenen Bereich meinen eigenen Weg zum bedingungslosen Grundeinkommen ausführlich darzustellen.
GERECHTIGKEIT ist eine
GERADE LINIE
Teil 1
Die Ursache(n) der Arbeitslosigkeit
Noch vor wenigen Jahren waren sich alle einig:
Das dringendste Problem war die hohe Arbeitslosigkeit.
Allerdings haben die Menschen unterschiedliche Sichtweisen zu diesem Problem gehabt.
Die Arbeitslosen selber litten unter ihrem reduzierten Einkommen sowie der katastrophal geringen Aussicht, durch einen neuen Arbeitsplatz den vorherigen Lebensstandard wieder zu erreichen - gerade wurde übrigens eine Studie veröffentlicht, nach der die Opfer von Entlassungen noch Jahrzehnte später erheblich niedrigere Einkommen haben als ihre nicht-entlassenen ehemaligen Arbeitskollegen!
Die verbliebenen Arbeitnehmer fürchten um ihre Arbeitsplätze, und sie sind, um sie zu schützen, auch zu verschlechterten Arbeitsbedingungen bereit.
Die Arbeitgeber beklagen die hohen Sozialabgaben, die durch die hohe Arbeitslosigkeit bedingt sind.
Die Ursachen der Arbeitslosigkeit sind allgemein bekannt:
Der technische Fortschritt ermöglicht die Produktion von Waren - und auch von Dienstleistungen - mit geringerem (menschlichen) Aufwand - Rationalisierung. An sich ist dies positiv, doch anstatt dass es zu einer allgemeinen Reduktion der Arbeitsleistung führt, wird die ANZAHL der Berufstätigen reduziert, eine ungerechte, ja geradezu chaotische Reaktion! Denn "Chaos" ist wissenschaftlich definiert als ein System, in welchem eine geringe Ursache eine große Wirkung entfalten kann: Ein geringer Unterschied zwischen zwei Arbeitnehmern, z.B. in der Dauer der Betriebszugehörigkeit, kann dazu führen, dass in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit der eine entlassen wird, während der andere seinen Job behält, und wie in obiger Studie aufgezeigt, wird der Entlassene wahrscheinlich für den Rest seines Lebens finanziell schlechter gestellt sein. Die Menschen sind sich dieser Gefahr sehr wohl bewusst, was sich jedoch ebenfalls negativ bemerkbar macht, nämlich im "Angstsparen", welches dafür verantwortlich ist, dass gesamtwirtschaftliche Rückschläge sich immer wieder mal zu Wirtschaftskrisen auswachsen.
Die LIBERALE Wirtschaftstheorie glaubt fest daran, dass es möglich sei, die durch (diese ungerechte) Rationalisierung "freigesetzten" Arbeitnehmer zur Produktion neuer Waren und Dienstleistungen wieder zu beschäftigen. Mag dies auch wissenschaftlich richtig sein, die Erfahrung der letzten Jahrzehnte belehrt uns eines Besseren: Nach jeder Rezession war die Arbeitslösigkeit auf einen höheren Stand gestiegen als zuvor. Vielleicht ist es auch in guten Zeiten das Angstsparen, welches verhindert, dass das Arbeitskräfte-Reservoir vollständig genutzt wird. Oder vielleicht wollen Menschen einfach ihr steigendes Einkommen nicht im selben Maße für steigenden Konsum verwenden, eine Eichhörnchen-Mentalität. Vielleicht wollen ja auch viele ein Vermögen aufbauen, um ihre Nachkommen abzusichern, die in eine unsichere Zukunft geboren werden. Jedenfalls ist "Vollbeschäftigung" unter den herrschenden Bedingungen offensichtlich eine Illusion.
Warum aber wird denn nun die "vorhandene" Arbeit - genauer gesagt, die nachgefragte - nicht gleichmäßig verteilt? Sollten hier nicht eigentlich die Gesetze des Marktes dafür sorgen, dass jeder so viel Arbeit bekommt, wie er braucht? Lange Zeit war ich ein glühender Anhänger von Arbeitszeitverkürzung, bin es eigentlich immer noch, aber die staatlichen Rahmenbedingungen verhindern diese.
[wird fortgesetzt]
